Ich habe es die ganze Zeit geahnt !

Wenn ich Probleme mache, dann kann ich gar nichts dafür. Ich habe alle meine Macken von meinem Vater geerbt und die Gene aus historischen Zeiten zu Beginn der Menschheit sind immer noch nicht umprogrammiert und an das Leben gemeinsam mit einer Frau in unserer Zeit angepasst. Jedenfalls kann man das der einschlägigen Literatur entnehmen und erkennt sich oder seinen Partner mit den beschriebenen Konflikten leicht wieder.

Zu Urzeiten und über Jahrtausende war die wichtigste Aufgabe des Mannes zu Jagen und für die Familie zu sorgen. Die Denkweise hat sich dabei gegenüber dem zu Hause bleibenden Partner so unterschiedlich entwickelt, daß mit der heute ganz anderen Welt Konflikte zwischen den Geschlechtern unvermeidlich sind.

Aber wer sich intensiv mit der entsprechenden Literatur beschäftigt, dabei lernt, seinen Partner endlich zu verstehen und die vielen guten Ratschläge anwendet, hat gute Aussichten bis ins hohe Greisenalter friedlich miteinander zu leben.

Es gibt z.Z. einiges an Literatur dazu z.B. "Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken" oder "Warum Männer lügen und Frauen immer Schuhe kaufen", beide vom Ullstein Verlag.

Wer sich diese Bücher nicht anschaffen möchte aber dennoch etwas mehr dazu erfahren möchte, empfehle ich, den unten stehenden Artikel aus dem Jahr 1997 zu lesen. Also bereits zu dieser Zeit war das Problem bekannt.

Und ein Spruch aus "Warum Männer lügen..."

"Eine Frau muß nur einen Mann kenne, um alle Männer zu kennen;
ein Mann mag dagegen alle Frauen kennen,
aber er wird nicht eine von ihnen verstehen"

...und das Thema aus elektrotechnischer Sicht:

Ratgeber 8/97

Niemand ist typisch. Jeder ist einmalig. Und auch Männer sind nicht besser oder schlechter, stärker oder schwächer, klüger oder dümmer. Sie sind nur anders als Frauen. Wir begegnen ihnen überall. Täglich. Glauben, sie zu kennen. Und können sie doch oft nicht begreifen. Die hohe Scheidungsquote und die Tatsache, daß 81 Prozent der Frauen das Leben erst lebenswert finden, wenn sie sich in einer glücklichen Partnerschaft geborgen wissen, macht eine umfassende Aufklärungskampagne offensichtlich dringlich Bei einem "Frühstückstreffen für Frauen" lockte das Thema mehr als 200 Frauen an, die von der Referentin Yola Entz mehr über das unbekannte Wesen "Mann" erfahren wollten.

Männer sind ganz anders... ...aber nicht völlig unbegreiflich

Grundsätzlich verschieden

"Hätte ich damals gewußt, was ich heute weiß, hätte ich sicher manches anders gemacht." Diese Erkenntnis der lebenserfahrenen Yola Entz ließ die wesentlich jüngeren Frauen im Saal hellhörig werden. Die gebürtige Berlinerin wußte, wovon sie sprach. Sie war 37 Jahre verheiratet. Ist seit elf Jahren verwitwet. Wanderte nach dem Krieg in die USA aus, wo heute ihre drei Kinder und fünf Enkel leben. Sie selbst kam 1959 nach Deutschland zurück, baute in Koblenz eine überkonfessionelle christliche Jugendarbeit auf. Seit 1987 arbeitet sie als Gebietsbeauftragte, Vorstandsmitglied, Referentin und Koordinatorin beim "Frühstückstreffen für Frauen" mit.

Beziehungsprobleme beruhen für sie auf einer ganz einfachen Tatsache: Männer und Frauen sind grundsätzlich verschieden. Die Unterschiede auf emotionalem, psychischem und physischem Gebiet sind oft so extrem, daß ohne gemeinsame Bemühungen von Mann und Frau ein Zusammenleben sehr schwierig wird. Erst die realistische Einschätzung des großen "kleinen Unterschieds" macht eine glückliche Beziehung in Ehe und Partnerschaft möglich.

Sorgen und Verletzungen

Um Männer macht eine Frau sich immer Sorgen: dann, wenn sie einen hat und erst recht, wenn sie keinen hat. Doch auch ein Mann kommt ins Grübeln, wenn er nicht weiß, was Frauen denken und was sie wirklich wollen. Yola Entz listete acht repräsentative Beispiele auf, mit denen die Herren der Schöpfung ihr weibliches Gegenstück vielleicht oft unwissentlich, aber nachhaltig verletzen.

Ein Mann neigt leicht dazu, seine Frau zu kritisieren. Er interessiert sich zu wenig für ihre Worte und Gedanken. Er übernimmt nicht genug Verantwortung im Haushalt. Seine Aktivitäten haben meistens Vorrang vor ihren Wünschen und Bedürfnissen. Er hält ihr gerne Vorträge, anstatt einmal zu versuchen, Verständnis und Anteilnahme für sie zu entwickeln. Häufig demonstriert er männliche Überlegenheit. Nicht seiten räumt er demonstrativ anderen Menschen Vorrang ein. Und zu guter Letzt - er gibt sich viel zu selten Mühe, Romantik in das gemeinsame Leben zu bringen.

Ein solches bewußtes oder unbewußtes Verhalten löst bei der Frau emotionale Blockaden aus. Sie fühlt sich nicht ernst genommen, ungeliebt und weist seine Zärtlichkeiten zurück oder erwidert sie zumindest nicht. Er steht vor einem Rätsel. Typisch Frau. Zickig. Beleidigt. Unversöhnlich.

Dabei geht es ihr oft nicht anders. Auch sie spürt hier und da an seinem wundersamen Gebaren, daß sie ihm unrecht getan haben muß. Doch alles Rückblenden führt zu nichts: Sie kann sich beim besten Willen nicht mehr erinnern, wann und wie. In solchen Momenten erscheint es fast fragwürdig, ob beide tatsächlich dieselbe Sprache sprechen. Denn das Problem beim Namen zu nennen, gelingt meistens nicht.

Gefühle

Dabei verkraften es beide gleich schwer, wenn Bedürfnisse mißachtet wurden. Nur eben jeder anders. Frauen neigen dazu, alles sehr persönlich zu nehmen. Sie haben von Natur aus ein vitales Interesse an Menschen und Dingen ihrer Umgebung, Sie brauchen mehr Zeit, um Veränderungen zu verarbeiten, denn sie lieben Kontinuität und Sicherheit, weil sie zukunftsorientiert denken.

Männer dagegen lassen nur ungern an ihrer Bedeutsamkeit rütteln, Sie ist ihnen wichtig. Fast schon unantastbar. Doch man bedenke: Ihr unbewußtes Ich-Ideal wurde ihnen zumeist von Frauen vermittelt. Die Erziehung besorgten vorzugsweise Mütter, Omas, Tanten, Kindergärtnerinnen und Lehrerinnen. Sie schufen das unerschütterliche Bild vom lndianerherz, das keinen Schmerz kennt, vom kleinen Jungen, der nicht weint und keine Angst hat.

Wer diese Grundzüge nicht realisiert und berücksichtigt, riskiert Schiffbruch in seiner Beziehung. Werden nämlich Grundbedürfnisse nicht erfüllt, ergeben sich zwei Reaktionsmöglichkeiten: Flucht oder Angriff. Wer sich zurückzieht, beginnt erfahrungsgemäß nach einer Weile an seinem eigenen Wert zu zweifeln. Wer die Offensive wählt, mausert sich nicht selten zu einem Nörgler, der für den Partner kaum noch attraktiv ist.

 

Eine neue Identität

Keine Frage: Die Männer sind bereits dabei, umzulernen. Wollen weder die ganz Starken noch die Schwachen sein. Aber Lernen heißt Fehler machen. Und dabei müssen sie wohl oder übel auch mal Mut zur Lücke haben. Eine verzwickte Situation. Hart sein für das Leben und gleichzeitig weich genug für das Lieben. Das ist nicht einfach. Und paßt kaum zusammen. Immer wieder sind Kämpfe unvermeidlich. Wer im Beruf seinen Mann stehen will, muß eine kämpferische Natur sein.

Die Frauen machen dabei die Situation nicht einfacher. Ihre unaufhaltsam wachsende Konkurrenz in allen noch so vehement verteidigten Männerdomänen wird von den Herren nicht so leicht akzeptiert, Und auch privat haben sich die Kompetenzen schon gründlich verschoben. Werden ständig neu definiert.

Der "Macho' ist längst out. Und auch der Softy" hat sich ausgekugelt. Quo vadis, Mann? Ist jetzt der "Mafty" das Nonplusultra? Wohl kaum. Denn Frauen mögen Männer, die wissen, was sie wollen und dennoch spüren, was Frauen mögen. Sie wünschen sich einen Partner. Gleichwertig, aber nicht gleichartig. Die Suche des Mannes nach einer neuen Identität in einer Zeit des Umbruchs ist zugegeben eine schwierige Gratwanderung zwischen männlichen und weiblichen Anforderungen.

Die Vorgaben der Biologie

Das Gehirn spielt bei solchen Umorientierungen eine entscheidende Rolle. Und die Gehirne von Männern und Frauen sind ebenfalls verschieden. Sie legen unterschiedliche Funktionen, Begabungen, Gefühle, Interessen und sexuelle Bedürfnisse fest. Sie steuern und prägen unser Wesen mit der Konsequenz, daß wir einiges eben hinnehmen müssen, weil es nicht oder nur bedingt veränderbar, beziehungsweise verstandesmäßig beeinflußbar ist.

So kommt es, daß Männer aggressiver reagieren, sich abstrakter orientieren und den Statussymbolen wie Geld und Macht mehr Bedeutung Beimessen. Frauen hingegen neigen zu ausgeprägterer Sensibilität, intuitivem Verhalten und einem stärkeren Interesse an menschlichen Problemen. Sie ziehen zarte Romanzen dem Sex eindeutig vor.

Aber nicht nur im Kopf offenbaren sich solche gravierenden Abweichungen. In jeder Körperzelle sind die beiden Geschlechter verschieden. Schon die Sterblichkeit der Babys beweist, daß die, Mädchen widerstandsfähiger und vitaler sind. Frauen verfügen über eine stabilere Gesundheit, sind nicht so anfällig, lassen sich nachweislich weniger krank schreiben und erholen sich rascher. Nicht von ungefähr überleben die Frauen die Männer im Durchschnitt um sieben Jahre.

Obwohl Männer mehr Muskeln spielen lassen können, sich mit weniger Fett herumschlagen und bis zu 50 Prozent mehr Körperkraft besitzen, erweisen sich Frauen als weniger schnell müde, ausdauernder und belastbarer. Sie schütten in Ausnahmesituationen nur halb so viel Streßhormone aus wie die Männer.

Insgesamt jedoch produzieren Frauen mehr, aber andere Hormone. Wissenschaftler wollen sogar herausgefunden haben, daß Männer weniger weinen als Frauen, weil ihnen ein bestimmtes Hormon fehlt, das die Tränenflüssigkeit beeinflußt. Vor der Pubertät, so die Experten, weinen Buben und Mädchen nämlich gleich viel.

Unterschiede und kein Ende

Aber die Liste der Merk- und Denkwürdigkeiten ist noch länger. Das Blut der Frauen enthält mehr Wasser, ihr Stoffwechsel ist niedriger, ihre Atmungsaktivität geringer, ihr Herz schlägt schneller und der Blutdruck variiert häufiger. Höhere Temperaturen sind für Frauen leichter zu ertragen.

Während Männer bevorzugt räumlich und abstrakt denken, spezialisierter und theoretischer sind, reagieren Frauen stärker auf sinnliche Reize. Sie hören besser, haben ein feineres Ohr für Schwankungen von Lautstärke und Harmonien. Deshalb widmen sie sich in der Regel mehr und lieber dem Gesang und Tanz als Männer.

Frauen sehen im Dunkeln besser. Ihr visuelles Gedächtnis stellt das der Herren in den Schatten. Und die Frau übertrifft den Mann deutlich in puncto Tastsinn und Geruchsempfindlichkeit. In der Summe ihrer sinnlichen Fähigkeiten entfaltet sie eine feinfühligere Wahrnehmung für Andeutungen. Sie ist Meister im Heraushören von Nuancen und Zwischentönen. Das fördert eine bessere Menschenkenntnis. In diesem Zusammenhang ist ihr Kombinationsvermögen herausragend. Vielleicht liegt darin auch ihr Sprachtalent begründet. Mädchen lernen erfahrungsgemäß früher sprechen und begeistern sich leichter und perfekter für Fremdsprachen.

Sprengstoff und Chance

Diese Kriterien bieten naturgemäß ein gefährliches Potential an Sprengstoff im zwischenmenschlichen Bereich. Die Unwissenheit oder Ignoranz solcher Differenzen führt zwangsläufig zu Spannungen. Was ihr stinkt, stinkt ihm überhaupt nicht. Was sie stört, läßt ihn völlig kalt. Und wie sie urteilt, kann er nicht nachvollziehen. Was sie interessiert, reißt ihn kaum vom Hocker.. Das alles ist nicht böser Wille. Nicht Beziehungsunfähigkeit. Sondern schlechtweg eine Kette von Mißverständnissen, bei der jeder davon ausgeht, der andere denke, fühle und empfinde genauso wie er selbst. Natürlich liegt in diesen Merkmalen auch eine immense Chance. Sie bergen nämlich die Fähigkeiten zu ganz unterschiedlichen Aufgaben, aus denen sich Berufe und Tätigkeiten ergeben, für die Männer oder Frauen von der Natur besser oder schlechter ausgerüstet sind. Eine natürliche Talentauslese sozusagen.

Es bleibt aber die Herausforderung, die Ehe oder Partnerschaft als einen permanenten Balanceakt zwischen unterschiedlichen Grundbedürfnissen zu akzeptieren, die nach Erfüllung drängen. Es ist wichtig, wesentliche Bedürfnisse zu beachten, weil sonst der Wunsch erwächst, sie anderweitig zu befriedigen. Aber man muß wohl bemerken, daß eine vollständige Zufriedenstellung einigermaßen unmöglich ist. Dafür menschelt es zu sehr. Es sind in einer Beziehung - wie fast überall im Leben - Prioritäten zu setzen. Abstriche in dem einen oder anderen Bereich sollten hingenommen werden. Denn man kann auch ein erfülltes Leben führen mit unerfüllten Wünschen, wenn man diesen nicht zu große Bedeutung beimißt.

Sex oder Liebe?

Yola Entz ging in ihrem Vortrag noch einen Schritt weiter. Sie definierte zehn Bedürfnisse von Männern und Frauen, die sie von den Zuhörerinnen jeweils fünf gestaffelten Prioritäten zuordnen ließ. Bei der Auswertung stützte sich die Referentin auf Erkenntnisse von Dr. Willard Harley, der in seinem Buch "Seine Wünsche - ihre Wünsche" auf sehr abweichende Bewertungen bei den Geschlechter" gestoßen war.

Wenngleich es überraschte, stimmte das Ergebnis doch im wesentlichen mit den Erfahrungen der anwesenden Frauen überein. Während für sie in einer Beziehung an vorderster Stelle "Liebe und Zärtlichkeit" steht, suchen Männer zu allererst die "Sexuelle Erfüllung", so Erkenntnis Nummer eins. Beides hat eigentlich nicht zwangsläufig miteinander zu tun. Und dennoch ist das eine ohne das andere in einer erfüllten Partnerschaft nicht zu haben. Denn wer die Bedürfnisse des anderen nicht erfüllt, darf sich nicht wundern, wenn er ebenfalls leer ausgeht

Vielen Männern ist nicht bewußt, wie sehr sie ihre Partnerin verletzen durch eine selbstsüchtige Form der Liebe, die rücksichtslos mit den Gefühlen der Frau umgeht. Denn eine Frau, die sich benutzt oder gekränkt fühlt, vermeidet jeden Kontakt, jedes Gespräch und jede Berührung. Auf der geistigen Ebene schließt sie ihn aus. Sie fühlt sich dem Mann entfremdet und meidet ihn körperlich instinktiv. Um völlige sexuelle Freiheit zu erleben, muß eine Frau spüren, daß sie als Mensch geschätzt, als Frau geachtet und als Partnerin geliebt wird.

Kommunikation und Freizeit

Zeit für "Kommunikation und Austausch" rangiert beim weiblichen Geschlecht auf dem zweiten Platz, während der Mann eher ein vitales Interesse an "gemeinsamer Freizeit' hat. Hier ist ebenfalls eine Kombinationsmöglichkeit gegeben. Freude am Gespräch und die Zeit dafür kann man sich in gemeinsamen Mußestunden und bei gemeinsamen Interessen nehmen.

Deshalb ist es wichtig, die wenige Zeit, die heute noch dafür bleibt, verantwortlich einzuteilen, damit der Partner nicht zu kurz kommt. Ein glückliches Paar ist unter anderem daran zu erkennen, wie es miteinander umgeht, zueinander spricht und aufeinander eingeht.

Vertrauen und Attraktivität

Das Bedürfnis nach Vertrauen und Sicherheit läßt die Damen als nächstes nach "Ehrlichkeit und Offenheit" streben, während die Herren die körperliche Anziehungskraft höher bewerten und eine "attraktive Frau" begehren. Das ist auf Anhieb nicht so leicht auf einen Nenner zu bringen. Deshalb ist in dieser Rangfolge ein besonderes gegenseitiges Verständnis angezeigt.

Sie erwartet volles Vertrauen und gewinnt erst bei vollständigen und richtigen Informationen über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft die entscheidende Sicherheit. Dabei geht es um die Teilnahme an der gesamten emotionalen Befindlichkeit des anderen. Situationen von Trauer, Ärger und Verzweiflung eingeschlossen. Wird diese Basis durch Unaufrichtigkeit aufs Spiel gesetzt, fühlt sich die Frau hintergangen. Das Mißtrauen entfremdet und entzweit. Deshalb ist Ehrlichkeit - nach Yola Entz die beste Eheversicherung.

Die Frau indes muß wissen, wie wichtig ihrem Mann ist, sie körperlich anziehend zu finden und stolz auf sie zu sein. Wird dieser Punkt von ihr vernachlässigt, muß sie damit leben, daß er andere Frauen anschaut und attraktiver findet.

Geld Und Harmonie

Die "finanzielle Basis" spielt für die weitgehend praktisch denkenden Frauen eine entscheidende Rolle. Mangel an Geld kann oft zu erheblichen Spannungen führen, in unserer Zeit erhöhter Arbeitslosigkeit werden Ehen dadurch ganz erheblich belastet und oft auf eine Zerreißprobe gestellt.

Der Mann bevorzugt hingegen eine "harmonische häusliche Atmosphäre', in die er sich nach hartem Arbeitstag zurückziehen kann. Hier soll sich die Frau um alles kümmern. Besonders aber um ihn. In seinen heimischen vier Wänden möchte er genießen und umsorgt werden. Sein Bedürfnis nach Harmonie und gut erzogenen Kindern ohne Kontroversen und Auseinandersetzungen ist massiv ausgeprägt. Daß er seine Frau unterstützen muß, um diese Atmosphäre annähernd umzusetzen, bedarf der Einsicht und einer Arbeitsteilung die beide als fair empfinden.

Ein guter Vater! Ein toller Mann!

Auf Rang fünf sehnen sich Frauen nach einer deutlichen "Familienbindung" ihres Angetrauten. Führungsrolle und Verantwortung sind gefragt. Vaterqualitäten. Zeit für Frau und Kinder. Abgestimmte Erziehung. Konsequentes Strafen. Für sie ist der beste Ehemann gleich zeitig auch ein guter Vater.

Der Mann hingegen lechzt nach "Bewunderung". Für ihn ist Lob eine ungeheure Motivation. Es tut ihm gut, wenn seine Persönlichkeit und seine Fähigkeiten anerkannt werden. Eine Frau sollte ihren Mann deshalb schätzen für das, was er ist und nicht für das, was er vielleicht sein könnte, wenn er ihren Vorstellungen entspräche. Das bedeutet für ihn Unterstützung und Ermutigung. Deshalb der Merksatz der Referentin: Hinter jedem Mann sollte eine bewundernde Ehefrau stehen, bevor es eine andere tut. Schließlich ist niemand gerne eine Selbstverständlichkeit. Übrigens: Frauen auch nicht.

Lächeln und Nicken in der Runde. Die frühstückenden Frauen signalisierten weitgehende Übereinstimmung mit den ihnen bekannten Verhaltensmustern. Doch das tröstende Wort zum Sonntag lag druckfrisch auf dem Tisch: Keiner der Männer, die perfekte Ehemänner abgeben würden, ist schon verheiratet. Na bitte, kein Wunder, wenn man ihn nicht daheim hat. Der Satz ist aber sicherlich auch auf Ehefrauen anwendbar.

Veränderungen

Doch just das sollte ja nach diesem Referat alles anders werden. Und so gab Yola Entz den Frauen den Rat mit auf den Heimweg, ihren Männern bei der Rückkehr zu flüstern, wie lieb "frau' ihn habe und wie stolz "frau" auf ihn sei. Bleibt zu hoffen, daß sie damit nicht genau den Umkehreffekt auslösten und die bisher zutiefst Unverstandenen und Vernachlässigten herbes Mißtrauen gegenüber solch ungewohnten Verhaltensweisen ihrer Frauen entwickelten.

Schließlich konnten die Männer nicht ahnen, was sich zwischenzeitlich abgespielt hatte. Sie waren ja beim Frühstückstreffen für Frauen nicht eingeladen gewesen. Warum eigentlich nicht? Sie hätten zweifellos eine Menge über sich und ihre "ganz andere Hälfte" lernen können. Das wäre bestimmt nicht verkehrt gewesen.

Trennung als Lösung?

Denn es hilft nicht viel, wenn nur einer von beiden versucht, diese neuen Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen. Und es gibt genügend Ehepaare, die ihr Zusammensein nur noch als etwas Schreckliches und Schmerzliches erleben. Die in der Trennung die einzige Lösung zum Überleben sehen.

Keine Ehe ist ohne Spannungen. Doch wir begehen oft den Fehler, immer zuerst nach dem Weg zu suchen, der unsere eigenen Wunden heilt und unser zerstörtes Selbstbewußtsein wieder aufrichtet. Dabei wäre es viel effektiver, der Krankheit an die Wurzeln zu gehen, die unsere Beziehung vergiftet. Wir testen tausend Strategien für ein besseres Gefühl mit uns selbst. Aber im tiefsten Grunde brauchen wir den anderen, um glücklich zu sein. Das Glück kommt von innen heraus und wird geprägt von meiner Einstellung zu meinem Partner, zu mir selbst und zur Umwelt mit all ihren Umständen. Änderungsversuche führen zu Spannungen zwischen Mann und Frau. Keiner möchte das Meisterwerk des anderen sein. Wenn ich dem anderen vertraue, ihm etwas zutraue, ihm freie Entfaltung gewähre, dann wächst er mit steigendem Selbstvertrauen in seinen Part hinein.

Liebe lebt von Vergebung

Um den anderen jedoch bejahen zu können wie er ist, muß ich bei mir selbst anfangen. Damit haben viele Frauen Schwierigkeiten. Aussehen, Figur oder andere Äußerlichkeiten stehen da oft im Weg. Doch erst wenn ich mich akzeptiere, gehe ich mit den Mitmenschen toleranter und nachsichtiger um. Mit Bitterkeit, Haß und Groll im Herzen kann indes niemand aufrichtig glücklich sein. Liebe lebt von gegenseitiger Vergebung.

Dazu hatte Yola Entz die kleine Geschichte eines Ehepaares parat, das es leid war, sich täglich über Banalitäten zu streiten. Die beiden vereinbarten, eine Woche lang ihre Vorwürfe auf Zettel zu schreiben und in ein Kästchen zu werfen. Nach abgelaufener Frist setzten sie sich zusammen, um die Zettel gemeinsam zu lesen. Sie hatte ihm allerhand vorzuhalten, was er lange versprochen und immer noch nicht eingelöst hatte, wo er verletzend und nachtragend gewesen war. Er las es laut und mit großer Beschämung.

Dann entfaltete sie Zettel um Zettel. Ein Kloß machte sich in ihrem Hals breit. Die Stimme versagte. Tränen traten in ihre Augen. Auf jedem der Blätter stand: "ich liebe dich. Ich liebe dich. Ich liebe dich..."

Sabine Model

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