Die Unendlichkeit des Universums hat mich schon als Kind fasziniert. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich mit meinem ersten Robinson-Fernrohr die Mondkrater sehen konnte.

 

Jeder hat sicherlich schon beobachtet, dass der Mond und die Sonne tief über dem Horizont größer erscheinen. Im Freundeskreis und mit den Büromitarbeitern gab es dazu heftige Diskussionen, die in einer Wette endeten: Ist die Übergröße auf physikalische Effekte zurückzuführen oder nur eine optische Täuschung?

Bei einem Besuch mit kompetenter Führung konnte wir dann erfahren, dass es sich um eine optische Täuschung handelt aber es viele Erklärungen dafür gibt.

Kurz darauf erschien in der GEO nachfolgender Artikel. Mit diesem Stereo-Foto kann man den Effekt selbst nachvollziehen. Die Druckqualität sollte dafür hoch sein und der Abstand zwischen den beiden inneren Monden etwa 4-5 cm betragen. (ca. 570 kB).

und hier gibt es dazu auch Interessantes bei Wikipedia unter "Mondtäuschung"

 

GEO MAGAZIN Nr. 6/ Juni 2000 (S. 185)
Nächtliche Illusion

Weshalb erscheint der Mond am Horizont größer als hoch am Himmel? Amerikanische Forscher gaben Antwort.

Der Mond ist, wenn er auf- und untergeht, meist rötlich gefärbt und scheint viel größer zu sein als auf seiner Bahn über den Nachthimmel. Es gibt viele Hypothesen über das verblüffende Phänomen, doch nun meinen zwei amerikanische Forscher eine zweifelsfreie Erklärung dafür zu haben. Klar war immer schon, dass die lunare Erscheinung eine optische Täuschung sein muss: Denn die objektive Größe der Mondscheibe am Horizont ist identisch mit jener hoch am Firmament. Die Mond-Illusion kommt offenbar zustande, wenn das Gehirn die zweidimensionalen Bilder, die zunächst auf der Netzhaut der Augen eintreffen, zu einem dreidimensionalen räumlichen Bild verrechnet. Vor allem zwei Hypothesen konkurrierten bislang. Die eine besagt, unser Gehirn versuche, die Größe eines entfernten Gegenstandes durch Vergleich mit anderen Objekten abzuschätzen; und deshalb erscheine der Mond am Horizont neben Bäumen und Bergen riesig, oben am Firmament mangels Vergleichsmöglichkeiten hingegen kleiner. Die zweite Hypothese sieht den Grund in einer optischen Täuschung, die mit der Entfernungseinschätzung zusammenhängt: Sind zwei Objekte auf unserer Netzhaut gleich groß, wird das weiter entfernte als größer wahrgenommen. Der aufgehende Mond werde vom Gehirn als riesig eingeschätzt, weil er weiter entfernt ist als die Objekte am Horizont. Die Distanz des hoch am Himmel stehenden Mondes hingegen lässt sich - ohne ein räumliches Bild ermöglichende Objekte im Vordergrund - schwer ermessen; er wird als näher und kleiner empfunden. Mithilfe einer ausgeklügelten Versuchsanordnung testeten der New Yorker Psychologe ( http://www.pnas.org/cgi/content/full/97/1/500 ) und sein in Kalifornien lebender Sohn James diese beiden Hypothesen an fünf Freiwilligen auf einem Hügel auf Long Island. Die Personen hatten vor sich einen halbdurchlässigen Spiegel, durch den sie die Landschaft und gleichzeitig projizierte Kunstmonde sehen konnten. Diese von einem Computer generierten Kunstmonde wurden in die Augen gespiegelt - jeder als 3-D-Bild, um einen räumlichen Eindruck und dadurch eine Entfernungseinschätzung zu ermöglichen. Der eine war als weit entfernte, fest platzierte Himmelsleuchte angelegt. Das Bild des zweiten aber konnten die Versuchspersonen so verändern, dass er räumlich näher heran oder weiter weg zu rücken schien, ohne dass sich allerdings die objektive Größe der Scheibe änderte. Die Probanden wurden nun gebeten, den beweglichen Kunstmond in die Mitte zwischen Fixmond und sich zu postieren. Ergebnis: Fand der Versuch mit Blick auf den Horizont statt, brachten sie den variablen Kunstmond in einer scheinbaren dabei nach oben in den Himmel, plazierten sie ihn in acht Meter Entfernung - viermal näher! Damit war für die Forscher bewiesen: Das Gehirn "sieht" den Mond am Horizont weiter entfernt als wenn er hoch oben am Himmel steht und bewertet ihn deshalb als größer.

Im Prinzip die gleiche Erklärung aber etwas anders beschrieben im Sept 05 bei t-online (pdf-Datei)

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